21. Juli 2008...9:03

DIY, die Do.It.Yourself-Bewegung

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Der aus dem Englischen stammende Begriff “Do-it-yourself” heißt wörtlich übersetzt “Mach es selbst”.

Diese Übersetzung greift allerdings etwas zu kurz, um alles was mit diesem Begriff gemeint ist umfassend zu beschreiben. Unter dem Begriff wird von Musik, Heimwerken, Konsumkritik bis sogar hin zu einer Subkultur alles verstanden.

Ob man deshalb überhaupt von einer DIY-Bewegung sprechen kann ist fraglich.

Generell kann man aber sagen, dass diese “Bewegung” seit den 60er/70er Jahren besteht.

In Deutschland oft unter dem Begriff “Heimwerken” subsumiert und mit wenig Sexappeal ausgestattet, beschränkten sich die Aktivitäten in diesem Bereich oft auf die aufgeräumten Hobbyräume von Reihenhäusern. Dies konnte auch ein selbstloser Einsatz der Medien nicht ändern, was aber wohl eher an der schlechten Aufmachung als an der Idee prinzipiell lag.

Die Situation in den USA zeigt sich sehr viel dynamischer! Dort hat sich eine junge und dynamische Bewegung entwickelt die DIY nicht auf biederes “Heimwerken” beschränk, sondern über Musik, tolle Projekte und kreatives Arbeiten eine richtige Subkultur entwickelt hat. Auch ist hier die Rolle der Medien ganz anders einzuschätzen. Wo bei uns eine blonde Moderatorin durchs Vorabendprogramm hüpft und Wohnungen aufmotzt, oder ein Zwirbelbart tragender Mitsechziger Blumengestecke zusammensetzt, präsentieren sich die Medien in den USA sehr viel trendiger (siehe make-magazine).

Wer sich weiter über diesen Bereich informieren möchte, dem sei der sehr guter Artikel auf dem Blog datenschmutz.net mit und über Prof. Dudesek empfohlen.

2 Kommentare

  • Sehe das mit der Zweitteilung der DIY Welt ähnlich wie du. Wenn man die beiden Richtungen unterscheiden will, muss man sich nur anschauen was die Leute motiviert selbst handwerklich Tätig zu werden.
    Beim Traditionellen Heimwerkne würd ich da die Haupttriebfeder im finanziellen Aspekt sehen. Das hat ja schon in den 50ern angefangen, als einfach nicht genug Kohle da war um sich einen Handwerker zu leisten. Die Große Not herschte ab den 50er und 60er Jahren zwar nicht mehr, aber auch im gutsituierten Mittelstand ist das Häuslebauen noch ein finanzieller Kraftakt. Da wird auch jede Gelegenheit genutzt nen € zu sparen. Das hat sich meiner Meinung nach bis heute nicht geändert. Die wenigsten Baumarktkunden kaufen da “Hobbymaterial” ein.

  • Fortsetzung:
    In der aktuell durch das Make Magazine nach außen Vertretenen Gruppe verorte ich die Motivation in der puren Lust sich mit Technik oder Handwerk zu beschäftigen. Viele der dort vorgestellten Projekte sind ja in irgendeiner Form Nonsense, finanzielle Vorteile sind eher nicht in Sicht oder es ist in sogar noch ein teures Hobby dazu. Hinzu kommt der große Anteil an Projekten die irgendwie “arty” sind. Circiut bending und sonstige Klangerzeugung, grafisches, irgendwas mit Licht … der Kreativität sind da ja keine Grenzen gesetzt.
    Das alles entspricht eher dem sich später entwickelten diy thema der Punkbewegung, wo auch eine starke ideologische Komponente vorhanden war. Selbermachen aus Prinzip. Sowas taucht auch heute noch in den Begrifflichkeiten auf, bestes Beispiel ist da wohl das “Guerilla-Knitting”. Viel deutlicher kann man den subversiven Anspruch seiner Arbeit wohl nicht deutlich machen.


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